Brugnoli Platz

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Das Vorhandensein römischer Thermen war bereits 1715 bekannt, als eine römische Inschrift entdeckt wurde, die wieder als Basis für ein Fenster verwendet wurde und an einen gewissen ‚Publio Acilio, curator rei publicae‘ (entspricht in etwa dem heutigen Präfekturbeauftragten) aus Rom erinnerte, der ein öffentliches Bad restaurieren ließ, das von einem Brand beschädigt worden war. Einige Beweise, der wahrscheinlichen Lage der Thermen fand man in der Nähe der heutigen Piazza Brugnoli: römisches Gemäuer, Reste eines Leitungsnetzes, verschiedenen Gegenstände und, bereits 1642, einen Mosaikfußboden. Die genaue Auffindung dieses öffentlichen Gebäudes fand aber erst 1876-1877 statt, als an dem Ort, an dem sich der heutige Platz befindet, die Häuser eines ganzen Viertels (Borgo Alocco genannt) abgerissen wurden, um dort den Rindermarkt abzuhalten. Bei dieser Gelegenheit gelang es Pacifico Scomazzetto, selbstgelernter Archäologe und einer der bedeutendsten Forscher und Gelehrten der Geschichte des antiken Asolos, einen Teil (der Rest befindet sich heute noch, in der Nähe des Gartens der Villa Scotti, jetzt Pasini, unter der Erde) der Fundamente der Badeanstalt ans Licht zu befördern und einiges an Material sicherzustellen. Von dieser Thermalanlage, die aus der Zeit vom I. bis IV. Jahrhundert nach Christus stammen könnte, erkennt man ein Caldarium (Warmbad)mit einem Fußboden, der auf kleinen Ziegelsäulen ruht, damit darunter die warme Luft fließen konnte, die das Wasser der Badewannen erwärmte; ferner gab es noch einen weiteren Fußboden auf kleinen Säulen, möglicherweise ein Tepidarium (wo man lauwarme Bäder nehmen konnte), zwei große Badewannen, einen Raum mit schwarz-weißem Mosaik, zwei kleinere Räume, die als Praefurnium genutzt wurden, in denen die Verbrennung stattfand und die Luft erhitzt wurde. Von diesen Räumen aus gab es einen direkten Anschluss an das römische Aquädukt der ‚Bot‘. In den Jahren 1964-65 und 1993 während der Neupflasterung des Platzes wurden einige Probegrabungen vorgenommen, die im Großen und Ganzen die Erkenntnisse Scomazettos bestätigt haben.